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Medien und Ideen

7 Gründe, warum es ist kein Fehler ist, sich zu widersprechen

Jason Fried, Gründern von http://www.37signals.com/:“37signals” , antwortet in einem Blogeintrag auf die Frage, wie die Firma mit den oft widersprüchlichen öffentlichen Aussagen verschiedener Firmenmitglieder reagiert:
“I’d honestly love to see a post on how you guys handle some of the contradictions you make in public.”

Für Jason Fried sind die Widersprüche kein Problem, er versucht folglich auch gar nicht, sie weg zu argumentieren – eine PR-Strategie, die oft das Schlamassel vergrösster (“das war nicht so gemeint” – ach, so? wie war es denn gemeint? – oder: “das ist nicht die offizielle Linie” – wieso wird das dann öffentlich ausgesprochen? brauchen die Mitarbeiter einen Maulkorb (damit sie nicht mehr sagen, was sie denken?) oder brauchen sie Denkverbote (damit sie das sagen, was sie nicht denken, aber “offizielle” Linie ist?).

Er argumentiert mit der Kraft der Veränderung, die aus widersprüchlichen Aussagen durchscheint: “Statements are about now, not about forever.”
Der Wissensstand jeder Person ist immer ein temporärer, Erfahrungen und Austausch mit anderen verhilft zu neuen Einsichten, die Urteile und Äusserungen von früher alt ausschauen lassen können.

Nicht: Jeder hat ein Recht auf meine Meinung. Sondern: Jeder hat ein Recht auf eine neue Meinung – sofern diese auf Überlegung und Denkarbeit basiert.

37signals Mitarbeiter behaupten heute etwas anderes als vor einem Jahr – und es ist gut so, solange sie sich fundierte Gedanken vor ihren Urteilen gebildet haben. Für mich stimmt das Bild bei dieser Firma noch immer, sie sind dynamisch, sie sind innovativ und sie sind tatsächlich in der Lage ihre Produkte immer wieder und immer weiter zu verbessern.

Also gibt es 7 Gründe, warum es kein Fehler ist, sich zu widersprechen:

1) Fähigkeit zur Selbstkritik
Wer sich selbst widerspricht, der ist in der Lage, sich, seine Äusserungen und sein Tun zu hinterfragen – was der Befragung nicht standhält, wird geändert.

2) Widerspruch als Prinzip
Die Befragungen der eigenen Urteile kann stets aufs Neue erfolgen, wenn neue Einsichten gereift sind, oder Dinge unter neuem Licht gesehen werden können. Das Licht erhellt.

3) Die Veränderung weckt Neugier
Neue Urteile und widersprüchliche Äusserungen stossen beim Publikum mehrere Gedanken an: Was soll das? War das nicht alles anders? Wieso auf einmal so und nicht mehr so wie bisher? Hier wird ein Versprechen auf ein Neues geweckt – das eingelöst werden muss (durch ein Produkt[update] oder eine Argumentation/Meinungsäusserung)

4) Die Widersprüchlichkeit als Markenzeichen
Wenn die Veränderung nicht aufgesetzt ist, sondern von innen, aus dem Kreationsprozess heraus, geschieht, dann wird sie als authentisch erlebt und mit dem Produkt assoziiert.

5) Permanente Veränderung schützt vor Kopierbarkeit
Wer sich bewegt, ist schwer zu fassen. Ein Produkt, das sich laufend verändert (und zwar auch bei den “kleinen Dingen”) ist schwerer zu kopieren.

6) Der Mut zur Veränderung erhöht das Ansehen
Wer sich immer wieder neu erfindet (und sei es nur in Teilen), zeigt seinen Mut – und Mut imponiert, weil er die Integrität der Person/Institution betont.

7) Widerspruch und Veränderung beugen Langeweile vor
Wer sich widerspricht und sich verändert, provoziert Widerspruch und somit eine emotionale Einmischung und Auseinandersetzung. Widersprüchlichkeiten werden wahrgenommen

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