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Medien und Ideen

Zeitreise in die eigene Vergangenheit

Email anno 1996: meine Emailadresse endete auf gewikrach.univie.ac.at und im Mailverkehr war das Warten auf Antwort noch allgegenwärtig, es war noch keine Selbstverständlichkeit, dass man permanent online war (“feine Sache, die Leute, die auch im Urlaub immer online sind…” hat mir kürzlich ein Freund zwecks Terminkoordination geschrieben, der telefonisch aufgrund von Meetings defacto nur via Mailbox erreichbar ist).
Öfters wird in meiner Emailkommunikation von vor fast 10 Jahren gehofft, dass der Empfänger vielleicht noch im Uni-Rechenzentrum ist, oder am Abend noch mal vorbeischaut, und die Mail doch noch heute lesen wird. Neben den Emails – mit Nadeldruckern auf unfassbar grässlichem Endlospapier ausgedruckt – hab ich heute sehr viele alte Briefe und Postkarten durchgestöbert, jeder Brief nicht nur voller Inhalt (das waren die Emails bemerkenswerterweise auch, unglaublich lange Emails für mein heutiges Verständnis, und ganz ohne Aufzähllisten) sondern auch mit Liebe handgeschrieben, der Umschlag verziert, gebastelt, gemalt, ein Motiv der Karte (oder auch des selbstgebastelten Kuverts) ausgewählt – kurzum: rundum gestaltet.

Ich schmeiss die alten Briefe auch nicht weg, sie sind mir Reiseführer in meine Vergangenheit.

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